LTF Marpingen Triathlon

  Startseite
    Vorberichte/Termine
    Berichte
    Ligawettkämpfe
    Training
    Dies und das
  Archiv
  Mitgliedschaft
  Bilder
  Links
  Training
  Termine
  Abonnieren
 




https://myblog.de/ltf-marpingen-triathlon

Gratis bloggen bei
myblog.de





01.07.07: Ironman Germany Frankfurt

Der längste und vielleicht schönste Tag des Jahres

Einige Tage nach dem Wettkampf, nachdem sich die Muskulatur allmählich von den Strapazen des Wettkampfes erholt hat, der aufrechte Gang ohne allzu offensichtliches Humpeln wieder möglich ist und sich ein zunehmendes Gefühl von Zufrieden und Stolz über das Geleistete irgendwo in der Magengegend breit macht, scheint es mir angebracht ein Resümee über das vergangene Wochenende zu ziehen.
Für viele der saarländischen Teilnehmer begann das Abenteuer Frankfurt vor rund einem Jahr mit der gezwungenermaßen frühen Entscheidung für diesen Wettkampf, denn schon nach nur fünf Tagen waren die knapp 2500 Startplätze für die Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt ausgebucht. Selbst die unverschämt hohe Anmeldegebühr von sage und schreibe 340 Euro schreckte die knapp 20 Saarländer nicht vor der Anmeldung ab. Wer wäre schließlich nicht bereit, eine solche Summe für einen zünftigen Muskelkater auszugeben.
So kam es, dass der LTF Marpingen nicht nur aktuell für Schlagzeilen in der Triathlon-Rheinland-Pfalz-Liga sorgt, sondern auch mit fünf Athleten die größte saarländische Fraktion an Teilnehmern in Frankfurt stellte: allen voran der in der M50 startende Udo Gebhardt, dessen Alter sich weder am Aussehen, noch an der guten Finisher-Zeit ablesen lässt. In der M35 starteten gleich zwei Marpinger: der Routinier Matthias Ziegler, der eine überragende Radzeit erreichte, aber aufgrund einer Verletzung die gute Laufform aus dem Frühjahr nicht konservieren konnte, und Peter Woll, der für seinen ersten Ironman (und natürlich nach eigener Aussage vorläufig letztem…) mit einer Zeit von unter zehn Stunden ein hervorragendes Ergebnis erzielte. Ebenfalls seinen ersten Ironman absolvierte das Nesthäkchen in unserer Mannschaft, der Jörg Ehrich, in der M18. Sein gutes Abschneiden ist zumal deshalb erstaunlich, da seine Vorbereitung erst begann, nachdem er einen der heiß begehrten Nachrücker-Plätze im Januar ergatterte und selbst seinen Mannschaftskollegen dies bis weit ins Jahr verheimlichte (ermahnend mit dem Finger zeig!). Dann bliebe als fünfter nur noch meine Person, die mit dem eigenen Abschneiden in der M25 sehr zufrieden ist.
Alles begann am Freitag mit der Anreise und den zu absolvierenden Formalitäten wie Abholen der Startunterlagen, Wettkampfbesprechung und der obligatorischen Nudelparty am Abend. Bereits bei diesem Gelage (und es erstaunt mich immer wieder, dass offensichtlich einige Sportler noch mehr essen können, als schon mein überaus gesunder Appetit zulässt) wurden die vermeintlichen Favoriten vorgestellt. Dabei wurde der Wettkampf bereits im Vorhinein von den Medien lediglich auf den Zweikampf zwischen den beiden Hawaii-Siegern Stadler und Al-Sultan reduziert. Letzterer schnitt zwar etwas enttäuschend ab, biss aber auf die Zähne und beendete den Wettkampf. Der andere hingegen warf die Flinte ins Korn, nachdem er merkte, dass ihm der Sieg nicht geschenkt würde. Zu Recht wird er deshalb von der FAZ auch als „Möchtegernstar des Wettkampfes“ bezeichnet.
Am Samstag war dann die Radabgabe der Höhepunkt des Tages. Um einen letzten Trainingsreiz zu setzen, entschieden sich deshalb einige Saarländer, die überwiegend in demselben Hotel in der Frankfurter Innenstadt wohnten, gemeinsam auf dem Fahrrad zum Langener Waldsee zu fahren. Dies sollte sich noch als fataler Fehler entpuppen: der Aufbruch erfolgte am Hotel mit sechs Fahrern. Aufgrund fehlender Ortskenntnisse, unzureichender Beschilderung und des für unsere Verhältnisse mörderischen Frankfurter Verkehrs wurde die Gruppe gleich mehrmals getrennt. Das Ergebnis war eine viel zu lange letzte Trainingseinheit, blank liegende Nerven und absolvierte Kilometer zwischen minimal 20 und maximal 42 Kilometern (geschätzte kürzeste Entfernung: 12 km!!!). Dabei erlitt einer der Mitfahrer eine Reifenpanne und ein zweiter einen Defekt am Pedal - nicht gerade beruhigende Omen für den folgenden Tag.
Aber wie das so bei den Generalproben ist: wenn sie richtig in die Hosen gehen, wird die Aufführung ein Schaulaufen. Zwar gab es auch im Wettkampf dann den einen oder anderen Rückschlag, doch schnitten die Marpinger sehr gut ab.
Alles begann wie immer im Triathlon mit dem Schwimmen, diesmal im Langener Waldsee. Nachdem im letzten Jahr aufgrund der hohen Wassertemperaturen Neoverbot ausgerufen wurde, schickte ich im Verlaufe der Vorbereitung das eine oder andere Stoßgebet Richtung Himmel für eine ebensolche Anweisung auch in diesem Jahr. Damit gehörte ich aber scheinbar zu der verschwindend kleinen Minderheit an Athleten, die diesen Traum hegten. Nach einem sehr warmen April und Mai schien sich meine Hoffnung zu erfüllen - doch machte ein Regen- und Kälteeinbruch in den beiden Wochen unmittelbar vor dem Wettkampf dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung. Die Wassertemperatur sank von 25°C auf geschätzte 19°C. Schade, also dann doch mit Neo. Allerdings erwies sich das Wasser als dermaßen kalt, dass einige Saarländer mit Krämpfen bereits während dem Schwimmen zu kämpfen hatten. Die sonstigen Eindrücke vom Schwimmen sind sehr unterschiedlich: gerade die etwas langsameren Schwimmer hatten nach eigener Aussage schwer mit den üblichen Rempeleien zu kämpfen. Der Jörg verlor sogar schon nach wenigen Metern durch einen Fußtritt seine Schwimmbrille und musste die gesamten 3,8 km ohne Brille zurücklegen. Aber auch andere Kuriositäten spielten sich ab: der Schwimmstart war dieses Jahr erstmals direkt vor dem Strandbad in Ufernähe. Der erste Teil der Schwimmstrecke wurde deshalb auch von so manchem Triathleten zur Laufstrecke umfunktioniert, indem sie einfach noch einige hundert Meter durch das seichte Wasser am Rand wateten oder vielmehr liefen. Dieses Verhalten wiederholte sich auch im mittleren Abschnitt: da traute mancher Zuschauer seinen Augen nicht, als er am entfernten Ufer ganze Hundertschaften das Wasser verlassen sah, um einen zusätzlichen Landgang einzulegen.
Aber selbst das längste Schwimmen endet einmal und schließlich waren dann auch die letzten, lahmenden Seepferdchen den Fluten entstiegen. Angepeitscht durch die vielen Zuschauer (über den ganzen Tag sprach die Polizei von etwa 450.000!!!) flogen die Athleten geradezu durch die Wechselzone, obwohl sich der eine oder andere durchaus genug Zeit für ein zweites Frühstück nahm. Schon zu dieser frühen Zeit waren auch zahlreiche mitgereiste Saarländer bereits an der Strecke und unterstützten die Teilnehmer, soweit das möglich war. Auch an dieser Stelle dafür ein herzliches Dankeschön! Gefahren wurde ein Rundkurs, der zweimal absolviert werden musste. Der Wettergott schien nach miserablem Wetter in den Vortagen ein Einsehen mit den Sportlern zu haben und es schien die Sonne bei sehr angenehmen Temperaturen. Leider brachte gegen Mittag einsetzender starker Wind so manchen Teilnehmer zur Verzweiflung. So erging es auch mir ab etwa Kilometer 140 und ich hätte mehr als einmal Lust gehabt, mein Rad mit einem Ausruf tiefsten Unmutes in den Graben zu werfen. Meiner Kenntnis nach hat diesem Bedürfnis, ich setze mal voraus, dass dies bei mir kein Einzelfall war, aber niemand nachgegeben. Doch leider ist gerade auf der Radstrecke der meiner Meinung nach einzige, aber schwerwiegende Schatten auf den Wettkampf geworfen worden: es bildeten sich trotz einiger Zeitstrafen fortlaufend Pulks von unfassbarem Ausmaß. Meines Wissens ist aber das Windschattenverbot beim Ironman noch nicht aufgehoben. Das war kein Einzelfall und ich schätze den größten dieser Pulks auf mindestens hundert Fahrer oder vielmehr Lutscher. Die Fahrer machten nicht annähernd Anstalten, um dies zu vermeiden. Dieses Verhalten ist für mich in allerhöchstem Maße unsportlich und mir fällt keine passendere Bezeichnung für diese Leute ein als A… Zu Recht wurden diese Teilnehmer auch von den Zuschauern am Streckenrand vereinzelt ausgebuht. Schließlich aber kam dann die beeindruckende Einfahrt in die Frankfurter Innenstadt zum zweiten Mal und für die schwächeren Radfahrer neigte sich das Martyrium dem Ende zu.
Was nun folgte waren lediglich vier Runden am Main zu je 10,5 km - fast schon eine Lappalie. Zumal der zermürbende Wind auf der Radstrecke den Läufern nun angenehme Kühlung verschaffte. Spätestens ab hier kann die Zuschauerkulisse nur noch als beeindruckend beschrieben werden. Auch die hervorragende Verpflegung will ich an diesem Punkt erwähnen; alle 1,5 bis 2 Kilometer kam eine Verpflegungsstelle mit allem, was das Sportlerherz begehrt: Wasser, Iso, Cola, Red Bull, Obst, Gel, Riegel, Eis, Salz und Salzgebäck. Besonders amüsiert hatte mich die Ankündigung, in einer Verpflegungsstelle pro Runde Suppe anzubieten - na hoffentlich hat sich dort dann niemand die Zunge verbrannt. Aber auch der zuschauerfreundliche Rundkurs hatte den Vorteil, dass die Athleten lediglich bis vier zählen mussten, somit weniger Blut im Kopf benötigten, das dann ja wiederum optimal in den Beinen eingesetzt werden konnte. Auf diese Weise quälten sich alle Marpinger Teilnehmer mehr oder weniger schnell, aber dennoch alle erfolgreich durch die Laufstrecke. Dafür wurden sie dann am Römer beim Zieleinlauf vom begeisterten Publikum empfangen - auch wenn gerade daran meine Erinnerung etwas verschwommen scheint.
Neben den Ergebnissen der Marpinger Athleten ist vor allem noch eine Zeit zu erwähnen: Mustaffa Okyay hat die legendäre 9-Stunden-Marke nur um knappe 47 Sekunden verpasst und belegte den Gesamtrang 25. Wenn er jetzt noch schwimmen lernt, dann könnte es eventuell schwierig werden, einmal seine Zeit zu knacken…
Insgesamt bleibt mein Fazit: für manchen mag es zwar der längste Tag des Jahres gewesen sein, für mich zählt er aber ganz definitiv zu den schönsten.

Christian Weyand

[Bericht dazu auf www.x-athlon.de]

Ergebnisse der saarländischen Teilnehmer
Gesamtergebnis Männer
Gesamtergebnis Frauen
1.7.07 06:00
 
Letzte Einträge: OIE Nahe Crosslauf-Serie, Jahresrückblick 2016


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Manni / Website (5.7.07 07:29)
Herzlichen Glückwunsch an ALLE unsere Starter für das tolle Abschneiden!

Manni

IRONMAN-Veranstalter meldet neuen Buchungsrekord

Nur 24 Stunden nach Öffnung der Online-Anmeldung für die Frankfurter Sparkasse IRONMAN Europameisterschaft 2008 teilt der Veranstalter mit, dass das Rennen am 6. Juli 2008 bereits ausgebucht ist. Der Ansturm auf die Startplätze war stellenweise so gewaltig, dass selbst durch Hinzunahme größerer Serverkapazitäten die Systeme die Anmeldezugriffe nicht schnell genug bewältigen konnten.

„Wir haben mit vielem gerechnet, aber nicht damit, dass bereits nach einem Tag unser nächstjähriges Rennen ausgebucht sein wird. Dieser Buchungsansturm ist ein großer Vertrauensbeweis seitens der Sportler in unsere Arbeit und an den Sportstandort Frankfurt am Main. Zudem ist dies auch ein Beleg für das große Entwicklungspotenzial, welches das Rennen in Frankfurt hat“, teilen Kurt Denk (Präsident IRONMAN Germany) und Kai Walter (Renndirektor IRONMAN Germany) mit.

Die nun vorliegenden über 2.500 Anmeldungen werden lediglich noch einmal durch eine kurzzeitige Öffnung der Meldeliste im Januar 2008 ergänzt werden, sowie durch die dann gleichzeitige Bekanntgabe der entsprechend startenden Profisportler.



Wolfgang Paulus / Website (31.7.07 10:09)
Hallo, spät aber immerhin, Glückwunsch an alle Starter beim IM Germany und Gratulation zu den durchweg guten Leistungen.
Zeiten unter 9.30, Debütanten die 30 Minuten schneller sind als geplant, einen Vize-Europameister und eine 9h Zeit sind ein tolles Ergebnis aus saarländischer Sicht. Was will man mehr - mehr ist im nächsten Jahr sicherlich drin, für den einen die Quali oder für den anderen die Sub 9. Das motiviert. Bis nächstes Jahr
Wolfgang

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung